Das sind die Augenblicke, in denen es kaum auszuhalten ist. Da holt Sofie dann plötzlich alles ein – wie mit einem Schlag gegen den Kehlkopf fange es an, sagt sie. Auf einmal sei ihr alles bewusst, was sie sonst versucht wegzuschieben, und es fühle sich ganz nah und bedrohlich an: die tote Lejla, der Sarg, die Angst ums eigene Leben, die halbe Stunde im Kühlschrank, als sie sich vor Breivik versteckt hat, das Schwimmen, das Absinken, die Schüsse, die Leichen, die vielen Beerdigungen, das viele Weinen, die brennenden Wangen, Breiviks Blick im Gerichtsaal, seine Stimme, sein irre ruhiger Blick, die Schüsse in Lejlas Kopf. Und dann kommt diese Leere. Mit so viel Wucht, als habe sie Anlauf genommen.
[Das Leben nach dem Tod in Utøya]

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