I want to shoot arrows
I need to swim a mile
When I’ve kissed until my lips are tired
When I’ve been held until I sleep
I’ll promise to try new things
I’ll promise to let myself feel

gefundene Notiz in altem donnerhallschem Notizbuch

2013-10-25 07.46.38

Über 2013 nachdenken, das ist gleichermaßen zufriedenes Abhaken wie genervtes unfertig sein. Eine große Stufe ist geschafft, eine Lücke überstanden, aber die Füllung ist leicht porös. Dafür hat sich der Blick verändert. Die Pragmatismus-Brille macht den dramatischen Blick weniger anstrengend.

Statt „was ich gerne irgendwie mal würde“ öfter „ich kann das und ich will das“ gedacht. Ohne Schuldgefühle. Daraus Konsequenzen gezogen. Schneller und häufiger JA gesagt. Auch zum ersten Mal mehr oder weniger professionell akzeptiert, dass ich gut genug bin, um mit der Aneinanderreihung von Worten Geld zu verdienen. Überhaupt auch festgestellt, dass Geld verdienen an und für sich keine schlechte Sache ist.

Eine Erkenntnis, die auch anderen Worten mehr Gewicht verleiht. Denen im Blog, denen mit Herzklopfen andernorts veröffentlichten. Andernorts. Noch so eine Sache. Die Fühler ausgestreckt, as they say.
Unter anderem schreibe ich diese Zeilen auf dem Weg zu einer Silvesterparty mit Menschen, die ich bisher nur digital kenne. Und sterbe dabei nur ein kleines bisschen vor Angst. 2013 ist auch Twitter: my love.

Eine Ambivalente Liebe, klar. Darum 2013 auch immer wieder mit mehr Engagement geliebäugelt, dann abgewartet und am Ende gerne einen Bogen um das Drama gemacht. Für selbstzerfleischende Moral-Pedanterie habe ich keine Zeit und keine Nerven. Holt mich, wenn es ernst wird.

Gehört alles dazu, wenn man sich 2013 endgültig eingesteht, dass man, nun ja, eine Einzelgängerin ist und bleiben wird. Zwar mit einem kleinen feinen Kreis aus wahren Kontakten (digital wie analog) aber gerade genug sozialer Interaktion, um nicht als komplett gaga zu gelten. Und vor allem genug, um sehr vorsichtig zu werden, wie viel ich von mir online preis gebe. All die ungeschriebenen Emo-Einträge und Zweifel-Tweets. Am Ende aber allein. allein unterwegs, allein im Kino, allein beim Gedanken rumschubsen. Die Akzeptanz der eigenen Natur als größte Herausforderung ist auch so ein überhöhter, Nabelschaudreck, den man nur als Blogger derart zelebrieren kann. Immerhin.

Die Vorteile daran erkannt. Alleine entscheiden, eigene, nicht beeinflusste Prioritäten setzen und sich am Ende selbst Rechenschaft schuldig sein. Gut so.
Dafür endlich auch mehr Wertschätzung für bestehende Verbindungen. Für die Menschen, die damit klar kommen, dass ich Geburtstage vergesse, mich wochen- oder monatelang nicht melde und sogar mit Emails Schwierigkeiten habe, obwohl ich meine Zeit doch größtenteils an einem Bildschirm mit anhängender Tastatur verbringe.

Trotzdem für 2014 klitzekleine Vorsätze in Sachen Kommunikation gemacht. Baby Steps. Auch hier – von den klugen Menschen meiner digitalen Cafeteria profitieren. Einfach Fragen. Mehr Fragen. Das ist 2013 schon besser geworden. Um Hilfe oder einen Rat bitten, ganz gezielt.

2014 als Beginn einer längerfristigen Planung. Keine Angst mehr vor Plänen und dem unausweichlichen Scheitern. Diese self-fulfilling prophecy kann mir mal den Buckel runterrutschen. Eine Kampfansage im positiven Sinn. Passivität lasse ich mir nicht mehr länger nachsagen. Mach ma bloß koa Schand, 2014 – mia ham Blogleser zu unterhalten.

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Ein Gedanke zu „Zweitausendreizehn

  1. „[…] I knew. No matter. You know. […] It’s a good thing to know – no matter what they call it.”
    Anne Sexton

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