ois hods ausprobiert und immer gschaut wos d’leit erwarten
Erniedrigungen san ihr nur de wenigsten erspart bliem
ned oamoi hod si an flaschen draht auf klassenfahrten
Ois was ihr übrig bliem is, war, auf d’chance zum warten.

(Ringlbleame; Labrassbanda)

Montag rumgesandelt, immer mal wieder beim BR in 24 Stunden Bayern reingeschaut. Großen Respekt vor der Produktion, die über den Tag verteilt scheinbar wahllos nicht nur aus dem Leben von Menschen berichtet, sondern ganze Erzählstränge aufgreift, von denen einige später zusammengeführt werden.
Egal wie oft ich sie sehe, die Bilder aus Simbach, kurz nachdem dort erneut eine große Welle unfassbaren Schaden ausgelöst hatte, lösen Beklemmungen aus. Naturgewalten, fucking hell.

Nebenher Wein getrunken und über Schnapsidee nachgedacht (haha). Bei der Gelegenheit gleich mal die Aufnahmefunktion des neuen Wischphones getestet und für Podcast-tauglich erklärt. Mal Interview-Wunschliste schreiben.
Die am Wochenende gebackenen Kekse am Tisch der Team-Assistenz abgestellt und mit ein bisschen diebischer Freude beobachtet, wie die Falle zuschnappte. (Egal wohin mal will, Toilette, Kopierer oder Kaffeemaschine – man muss dort vorbei.)

Das angenehme momentan ist, dass ich erstmals im Leben nicht das Gefühl habe zurückzubleiben, während alle anderen durchstarten. Ich bin grade zufrieden und kann mir in aller Ruhe ein paar langfristige Gedanken zurecht legen. Das macht auch dieses ganze Sozial-Ding wieder einfacher. So wie es grade anläuft, scheint es auch erstmals richtig dosiert. Hier und da ein Abendessen mit ehemaligen Kolleginnen, zwischendurch der Fußballstammtisch, bei Gelegenheit ein Konzert oder so. Ich befürchte, recht viel mehr werde ich nie brauchen.

In der Apotheke wohl die falsche Marke Cetirizin erwischt, denn erstmals zieht mir das Antihistaminikum eins mit der Müdigkeitskeule über. Ich nehme es jetzt es schon abends, aber morgens liege ich wie ein ins Bett betonierter Stein rum und bekomme die Augen nicht auf. Vielleicht mal versuchen sie gegen Ende des Arbeitstages zu nehmen, dann falle ich zu Hause direkt ins Bett und bin wahrscheinlich gegen 5 knallwach. Pharmazie, so super.

Der Mittwoch beeindruckt wettermäßig dadurch, dass er meinen inneren Zustand sehr schön widerspiegelt. Wind, Regen, Sonnenschein, Graupelschauer, Blitze, Sonnenschein, leichte Brise, Monsunartiger Niederschlag, Sonnenschein. Ein bisschen mag ich das ja. Von drinnen aus. Und innen drin.
Zur Gegenwehr meditative Aufgaben gesucht – Dokumentation und Vorbereitung von Präsentationen. Es ist ein bisschen besorgniserregend, wie gern ich derlei mache. Dazwischen kurz Alarm geschlagen, weil eine von mir befürchtete Sache droht genauso einzutreffen.
Wenn man sich mal angewohnt hat immer möglichst mehrere Schritte voraus, geradezu antizipatorisch zu denken, ist es umso anstrengender wenn andere sich ob einer völlig vorhersehbaren Entwicklung überrascht zeigen.

Am Montag bei 24 Stunden Bayern war auch Monobo Son vorgekommen, eine Band, deren Sänger Manuel Winbeck man von seiner Rolle an der Posaune von Labrassbanda kennen könnte. Die Woche mit abwechselnd Labrassbanda und Dreiviertelblut auf den Ohren verbracht. Von Dubstep-Brass bis dunkelster bajuwarischer Blues alles dabei, sehr passend. Dreiviertelblut, das poetisch düstere Duo mit der Stimme des Sängers der Bananafishbones (sie kennen den markanten Herren vielleicht auch vom Nockherberg) spielt im September im Lustspielhaus. Mal einen Reminder in den Kalender setzen.

Huch, da isser hin, der Faden. Sommerliches mäandern.
Zugegeben, vielleicht hat der Schienenersatzverkehr mir doch mehr Energie entzogen als gedacht. Ich schleppe mich durch die finale Woche.

Donnerstag mit Wolken im Kopf und Grummeln im Brauch verbracht. Dass sich eine Situation zuspitzen kann, einfach weil jemand sich gegen eine Änderung zum Positiven, nämlich weniger Arbeit und weniger Stress, wehrt, ist mir auch neu. Vor allem, weil ich keinen Hebel finde, um klar zu machen, dass man mir durchaus Dinge abgeben kann. *hilfloses gestikulieren*
Aber wenn’s sein muss – Spielchen kann ich auch.
Such ich mir halt meine eigene Sandkiste und bau was Eigenes.

Den Freitag im Büro mit vertiefter Arbeit an überfälligem Doku-Kram an mir vorbeiziehen lassen, nach Hause gefahren, Wein eingeschenkt, auf den Balkon gesetzt und erst um kurz vor zehn gemerkt, dass ich wohl grade stundenlang einfach nur aufs Wasser geschaut hatte. Da arbeitet wohl im Hintergrund was.
Samstag lang geschlafen, gleich wieder auf den Balkon gesetzt und weiter Dinge an mir vorbeiziehen lassen. Ich werde besser darin.

Am Sonntag mit dem Ramosgroupie dann noch den nächstgelegenen See gestürmt, Kondition überschätzt aber glücklich aus dem noch recht frischen (17 Grad) Wasser gekommen. Das Ramosgroupie musste erst durch das Gelächter einer fröhlich planschenden Fünfjährigen zum vollumfänglichen Gang ins Wasser motiviert werden, das war niedlich. Ich war ja auch eins von diesen Kindern, dem die Wassertemperatur komplett wurscht war. Während der Zeit im fürchterlichen Dorf hatten wir wenigstens einen Pool und auch als er erst halb voll war und sagen wir mal 12 Grad hatte – Bella war schon drin. Fast schade, dass man das mit der Zeit verliert.

Abends – Sie ahnen es – auf dem Balkon rumgelungert. Es fühlt sich ein bisschen an, als würden die Systeme sich im Hintergrund auf eine große Aufgabe vorbereiten.

(Dreiviertelblut: Paradies. Wenn Sie das nicht durchschüttelt, weiß ich auch nicht.)

Allgemein

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