Was gut war: KW 45, 2017

Das Problem momentan ist ja: ich komme kaum dazu unter der Woche hier ein bisschen vorzuarbeiten. Also mitzuschreiben, was denn nun gut war. Dann sitze ich Sonntag oder Montag da und frage mich, was in der letzten Woche eigentlich passiert ist. Was man den daraus resultierenden Einträgen dann auch anmerkt.

Was stattdessen fehlt: In was für einer emotionalen Achterbahn man sitzt, wenn man tatsächlich mal die Chance bekommt den ganzen Tag an einer eigenen Idee zu arbeiten. Von der Euphorie, die einen durchströmt, wenn man die Antwort auf eine Frage findet. Oder weil jemand das Projekt auch gut findet, sogar vielleicht noch weiter denkt und einen anspornt ein bisschen wahnsinnig zu sein. Oder der Zweifel, weil man weiß wie selten so etwas funktioniert, wie schwer es ist bestehende Prozesse zu ändern, wie mühsam es ist, Menschen zu überzeugen. Außerdem kann Kritik von der falschen Person, zum falschen Zeitpunkt die ganze Unternehmung in Zweifel stellen.

Wer bin ich schon – wie komme ich dazu, zu glauben, dass das funktionieren könnte?

Das kostet eine bestimmt Art von Energie. Viel davon, sehr viel.
In so einem Inkubator entsteht dadurch eine spannende Dynamik. Manchmal ist Person A völlig down, weil das Konzept geändert werden muss, Person B hängt wegen neuer Informationen völlig in der Luft und Person C hatte aber grade ein tolles Gespräch mit einem Dienstleister und sprüht vor Eifer.

Man merkt dann, wer wie viel Raum einnimmt. Wer so ein Büro, oft unabsichtlich, mit seiner Laune dominiert. Wenn ich dann meine eigene Produktivität betrachte, sehe ich sehr gut, warum mein idealer Arbeitsplatz eine Mischung aus ordentlichem Büro und Home Office ist. Für bestimmte Aufgaben muss ich allein sein. Oder mich wenigstens sehr gemütlich irgendwo hinsetzen können, um nachzudenken – ohne, dass jemand mich zwischendurch um Feedback anhaut.

Nicht, dass ich das nicht gern mache. Der Austausch zwischen den Projekten kann unglaublich hilfreich sein, weil man manchmal doch auf sehr ähnliche Hürden trifft. Es kann auch zurecht rücken, wenn man grade schwarz sieht oder nicht genau weiß wie es weitergeht.

Jetzt, wo ich die andere Seite sehe, begreife ich auch sehr viel besser, warum in so vielen Start-ups das Management so schlecht ist. Entweder, weil der Gründer selbst es machen will und glaubt, er könne gleichzeitig ein Produkt und eine Firma aufbauen – da liegt er aber falsch. Oder, weil der Gründer das eben nicht will, aber stattdessen z.B. von Investoren irgendwelche ehemaligen Consulting-Raubtiere angeboten bekommt, um die Kosten (bis aufs die fürs Management) niedrig zu halten, aber dafür das Wachstum möglichst brachial anzukurbeln.
So kann das nichts werden.

Aber das kann mich später noch beschäftigen. Jetzt muss ich erstmal noch dem Designer besser erklären, wie ich mir das vorstelle.

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