Decisions are made by those that show up – ein Demokratiestöckchen

Wer mir an anderer Stelle im Internet folgt, weiß, dass ich ein glühender Fan einer schon vor Jahren zu Ende gegangenen Serie namens „The West Wing“ bin. Die von Aaron Sorkin (eine Frage der Ehre) entwickelte Show, ist eine Art Blick hinter die Kulissen des weißen Hauses. Der liberale Demokrat Präsident Bartlet ist im Gegensatz zu vielen fiktiven Staatschefs aber kein Held, der gegen alle Widerstände revolutionäre Gesetze durchbringt oder überdimensionale Erfolge feiert. Im Gegenteil. Er scheitert, immer wieder. Am in der Mehrheit republikanischen Kongress, an den Limitationen der Diplomatie, an der Langsamkeit des politischen Prozesses. Genau das macht die erzählten Geschichten aber so gut. Ewige Verhandlungen, Gesetze die mit bösen Fußnoten durchgewunken werden und der oft kaum wahrnehmbare, inkrementelle Fortschritt wirken erschreckend authentisch. The West Wing kann man nur mögen, wenn man anerkennt, dass der demokratische Prozess und radikale Umstürze nicht zusammen gehen.
Was mich zu meiner komischen Idee bringt. Heute Abend hat ein Bundesland gewählt und einmal mehr herrscht Kopfschütteln über das Ergebnis. Die politischen Lager verkaufen entweder sich selbst als Sieger oder weisen darauf hin, dass die anderen wenigstens auch verloren haben. Die Filterblase schüttelt ein bisschen hochnäsig den Kopf über Protestwähler und „die anderen“, die es einfach nicht begreifen.
Ich habe mich gefragt, ob es einen Weg gibt, über Politik zu reden, ohne politisch zu werden. Das hier ist mein Versuch: Ein Stöckchen zum Thema Demokratie. 5 Fragen, die eine innere Haltung zum System reflektieren sollen und neben einem selbst womöglich sogar einen potentiellen Leser daran erinnern, dass die Erfolgsquote der Demokratie-Alternativen eher so mittelgut sind.

  • Was bedeutet der Begriff Demokratie für dich – unabhängig von seiner Definition?
  • Ich glaube grade durch die zuletzt großen Schwankungen im politischen Diskurs, ist Demokratie für mich das Versprechen, dass sich Dinge ändern können. Demokratie heißt das Recht auf Mitwirkung und auf Mehrheitswillen. Wenn der Mehrheitswille nicht meiner ist, kann ich versuchen andere von meiner Meinung zu überzeugen, damit sie ihr Mitspracherecht nutzen. Demokratie ist aber eben auch die Pflicht die Stimme der Minderheit anzuhören. Sie zu ertragen, auszuhalten. Ohne Zensur, ohne Verbot und ohne Repressionen. Egal wie entgegengesetzt die politische Haltung eines anderen Menschen zu meiner ist – seine Stimme zählt genauso viel wie meine und das muss auch so sein. Demokratie ist chaotisch und anstrengend – Gottseidank – so kann ich mir sicher sein, dass keine gigantische Verschwörung in Wirklichkeit alles regelt. Weil in der Demokratie sagt immer irgendwer die Wahrheit, ob aus Versehen oder mit Absicht ist halt nicht immer ganz klar.

  • In welcher Form bzw. unter welchen Umständen könntest du dir vorstellen dich außerhalb der Stimmabgabe politisch zu engagieren? Anders gefragt – was hält dich ab?
  • Auf dieser Frage kaue ich schon sehr, sehr lange rum. Manchmal ist die Antwort einfach. Politik und Rückgrat passen nicht zusammen, der Prozess zermürbt und macht entweder zynisch oder korrupt. An anderen Tagen frage ich mich, ob ich nicht einfach zu Feige bin mich eindeutig zu positionieren, mich zu assoziieren. Eine Partei zu unterstützen kann einen ja in Kalamitäten stürzen. Setze ich mich für einen Menschen in der Partei ein, auch wenn er sich unglücklich/dumm/falsch geäußert hat? Ab der wie vielten Richtungsentscheidung „meiner“ Partei die ich nicht unterstütze, muss ich meine Mitgliedschaft in Zweifel ziehen? Ist es vertretbar sich aus pragmatischen Gründen und dem Willen zur Veränderung einer großen Partei anzuschließen, auch, wenn ich in vielerlei Hinsicht anders denke? Ein Dilemma. Es gibt auch Tage, da debattiere ich lang und ausgiebig mit Leuten die anderer Meinung sind und wenn ich ihre Perspektive am Ende nur ein paar Millimeter verschoben habe, fühle ich mich als aktive Demokratin. Vielleicht wird es Zeit sich nach Alternativen umzusehen. Interessensverbände oder Plattformen für bestimmte Anliegen statt einer Partei die fast immer zu breit aufgestellt ist, um meine Haltung zu reflektieren.

  • Kannst du dir vorstellen freiwillig in einer anderen Regierungsform als der Demokratie zu leben? Falls ja, in welcher?
  • Wenn ich sehr betrunken bin, klingt eine Monarchie lustig. Aber sonst? Nein. Ich hab in Geschichte aufgepasst.

  • Hast du schon einmal „aus Protest“ gewählt? Wenn nein, kannst du es dir vorstellen? Oder wäre Nichtwählen deine Form des Protests?
  • Nein. Der Gedanke kam schon auf, aber am Ende saß ich jedes Mal vor meinem Wahlzettel und war mir zu bewußt, dass selbst eine einzelne Stimme eben doch zählt. Weil es immer auch Menschen geben könnte, die eine solche Wahl ernst nehmen. Wobei ich Stimmen für Nischenparteien nicht als Protest empfinde. Es ist halt Demokratie light. Ich könnte z.B. die Partei zum Schutz der deutschen Grammatik (die sollte es geben) wählen und hätte zwar vollumfänglich und mit bestem Gewissen meine Stimme abgegeben, hätte aber halt keinerlei Einfluss auf die Koaltionsbildung. Im Übrigen dazu: Siehe Antwort 1. Demokratie heißt Veränderung. Wenn ich genug Menschen von der Partei zum Schutz der deutschen Grammatik (PSG?) überzeuge, sitzt sie vielleicht irgendwann im Landtag/Bundestag.
    Und Nichtwählen ist halt irgendwie feige. Verständlich, nachvollziehbar und in Zeiten von scheinbarer Dauerstreiterei auch verführerisch – aber feige. (Außerdem bin ich am Ende des Tages die Tochter meines Vaters und während das Verständnis für Töchter grundsätzlich keine Grenzen kennt, es endet ziemlich sicher beim Verweigern des Mitspracherechts.)

  • Zusammenarbeit und Kommunikation mit dem politischen Gegner – unter allen Umständen? Gibt es eine Alternative zur Diplomatie?
  • Ach herrje. It’s complicated. Oder eigentlich nicht. Weil die bis hierher getesteten Alternativen zum komplizierten Tanz der Diplomatie kosten am Ende mehr. Sanktionen treffen Menschen, die vielleicht gern ein demokratisches Mitspracherecht hätten und Krieg ist, nunja, Krieg. Also ja, so lange niemand Protokoll Dr. Strangelove initiiert, wird geredet. Auch mit Diktatoren, Idioten und Seehofern. Verhandeln, aushandeln, zähe Schritte gehen. Egos streicheln und notfalls die Presse nur mit der halben Wahrheit füttern. Wenn viele Jahre später die Aufzeichnungen auftauchen und wir erschrocken lernen, dass es vor vielen Jahren mal Spitz auf Knopf stand, wie wir hier sagen, sind Absprachen im Halbdunkel einer Eskalation vorzuziehen. Die einzigen Revolutionen die funktioniert haben, begannen mit einer Mehrheit die sich abgestimmt hat. Ob Paris oder Berlin, also kopflos oder blutarm, letztendlich muss am Ende jemand die Verantwortung übernehmen und bereit sein das entstandene Chaos aufzuräumen. Demokratie ist ein hartes Brot, aber man kann es teilen. Man kann es lehren und sich gegenseitig dafür respektieren, dass man sich an die Regeln hält. Der Demokrat, der mit einem Diktator spricht, wirkt zunächst womöglich schwächer. Aber sein Kopf wird oben gehalten von jedem einzelnen Wähler, der sich bewusst für ihn entschieden hat. Und vom Gegenwind, den er kennt, weil er dank der Demokratie weiß wie man andere Meinungen aushält.

Mein Wunsch wäre, dass so viele Blogger wie möglich die Fragen aufgreifen. Bis dahin freue ich mich besonders über die Antworten von Tim, der Kaltmamsell und, wenn sie wieder aus dem Urlaub da ist, Anne.

Wurfgeschoss: Liebster Award

*klonk*

Huch, ein Stöckchen. Sowas gibt’s noch? Toll eigentlich. Umso netter, dass mich Tim damit beworfen hat und mein Blog-Gewissen schlecht genug ist, um es zügig zu beantworten. Ha, so bekommt man mich zum Schreiben!
Das Stöckchen heißt in diesem Fall Liebster Award, was entweder sehr herzig oder fast schon exotisch klingt. Wie ein Prof. Dr. Liebster, dem man einen Award widmet, weil er irgendwas mit kognitiven Störungen bei dauerhafter Blogblockade rausgefunden hat. Am Ende des Beitrags werfe ich das Stöckchen weiter, es dürfen sich aber gern noch mehr Leute angesprochen fühlen.

1. Berichte mir von Deinem schönsten Ferienerlebnis!
Puh. Schwierig, sehr schwierig. Was meine Kindheit angeht, habe ich nur noch Fetzen von schönen Sommertagen im Kopf, die ich irgendwie am Wasser verbringen konnte. Es gibt keinen spezifischen Ausflug oder ein Abenteuer, das mir
einfällt. (warum, erkläre ich bei der nächsten Frage.) Woran ich mich erinnere, ist das absolute Glücksgefühl, wenn ich eine Sommerroutine entwickeln konnte, die aus ausschlafen, schwimmen und lesen bestand. Ich brauchte nicht mehr. Daran hat sich eigentlich nichts geändert. Ich wurde als langweiliger Nerd geboren und mittlerweile ist das okay.

2. Und nun von Deinem schlimmsten.
Easy. 1997 gab es eine wohlmeinende Ärztin, die mich und meinen maladen Fuß in eine Reha-Einrichtung schicken wollte. Gelandet bin ich in einer bizarren Einrichtung in Idar-Oberstein. Dort wurde ich ohne Plan für alle „Anwendungen“ eingetragen und dann, weil ich sagenhafte 6 Kilo Übergewicht hatte, an den Tisch mit den anderen Diät-Kids gesteckt. Berechnet wurde dort damals noch nach Größe in cm – 100 und dann nochmal -10%. Kracher, gell? Es gab jeden Abend eine fürchterliche Salzlösung zu trinken, Dosengemüse und eine Besprechung von Abnehmkurven. Meine Kurve war furchtbar, sagte mir die Leiterin der Station. (Geschätzte 150 Kilo, in jeder Mittagspause ein Snickers. Und ich weiß Fat-Shaming ist doof, aber AUSGERECHNET die Dame erklärte mir mit 12, dass meine 69 Kilo inakzeptabel waren. FUCK YOU WITH A CHAINSAW.) Am Ende des 6wöchigen Aufenthalts plärrte dann noch den ganzen Tag Elton John, weil Diana tot war. Ich bekomme heute noch Puls, wenn ich daran denke.

3. Welches ist Dein Lieblingsschimpfwort und in welcher Situation hast Du es zuletzt ernsthaft verwendet (die Beantwortung dieser Frage zählt nicht)?
Wenn wir von Flüchen reden, die einem so nebenbei rausrutschen, dann halten sich Fuck und Zefix ziemlich die Waage. Die kommen so oft, dass ich es kaum noch bemerke. (siehe, äh, 4 Zeilen weiter oben.) Wenn wir von despektierlichen Bezeichnungen von Menschen reden, dann habe ich nur wenige Standards. Ich versuche da schon spezifisch auf Menschen einzugehen. Ob jetzt den saudappigen Drecksgrippe oder eher dem kompetenzmäßigen Haubentaucher, ganz nach Bedarf. Zuletzt hab ich beispielsweise jemanden ein soziopathisches Kleinkind genannt, meinte aber einen Geschäftsführer Mitte 30. Im Zweifel: Fucking hell. Geht immer. Für alles.

4. Sprichst Du Dialekt und welches ist Dein Lieblingsbegriff aus diesem Dialekt (erkläre ihn bitte)? Falls Du keinen eigenen Dialekt sprichst: welchen hörst Du gerne und hast Du vielleicht trotzdem einen Lieblingsbegriff der Dialekt ist?
Ob I Dialekt red? Da anda hod Humor.
Ich spreche bairisch. Tiefstes, dunkles Südostoberbaierisch, das Anfänger hier und da sogar mit österreichisch verwechseln. Unfassbar. Was ich an der Sprache meines Volksstammes besonders liebe, ist die Neigung zu kurzen und prägnanten Vokabeln. „Da anda“ – „Der andere“, verwundert bis abschätzig, weil jemand etwas getan oder gesagt hat, dass nicht recht ins Bild passt. Oder natürlich, die Silbe to end all Silben: Fei. Fei ist universell, kaum erklärbar und wunderschön. „Er hod fei gsogt“ – „er hat aber gesagt“ , also als betonender Hinweis. Oder: „denk fei dro“ – „denk bitte daran, das ist wichtig.“ Auch toll: „Sie hod earm fei vorher oane eigschengt.“ Hier wird eine ganze Geschichte erzählt in der Sie ihm bevor etwas anderes geschah eine gelangt hat. Fei ist hier die Implikation, dass man den Hergang unbedingt aus mehreren Perspektiven betrachten muss. Fei is my homie.

5. Welche Sportart neben Fußball begeistert Dich noch? Hast Du diese mal selber betrieben?
Eishockey. Natürlich. Es ist noch gar nicht so lange her, dass diese Gegend hier fest in Eishackler-Hand war. Rosenheim, Tölz, Landshut, Riesersee – dereinst legendäre Namen. Mit einem Profi, der in allen Liegen gespielt hat in der eigenen Verwandtschaft kommt man da natürlich nicht aus. Ich hab Hans Zach live ausrasten sehen und kann Eishockeyspieler am Lächeln erkennen.
Aber selbst gespielt, nein. Das erfordert auf Kufen unterwegs sein. Ha. Haha. Hahahaha.

6. Marvel oder DC?
Ganz, ganz lang gab es nur Batman für mich. Der Rest hat mich kaum interessiert. Er war düster und tragisch und natürlich auch präsenter als die anderen. Ich kann mich noch an die Wiederholungen der legendären Adam West-Serie aus den 60ern erinnern, meine Güte.
Bis ich die Iron Man Verfilmung gesehen habe. Da war es um mich geschehen. Weil: Ein witziger Superheld. JaistdasdenndieMöglichkeit. Bei Marvel bin ich erst über die Filme auch zu den Comics gekommen und als dann noch Joss Whedon involviert war – nun, ich fange sogar an Avengers-Comics zu lesen. Es steht also schlimm um mich. Sorry, DC.

7. Bei welchem Musiker/Schauspieler/Künstler schmilzt Dein Herz dahin?
Es gibt einige Bands und Schauspieler, die mir ein großes Hach! entlocken. Queen, Muse, India.Arie, Stevie Wonder, Aretha Franklin, James McAvoy, Alison Janney, Stephen Fry, Vivien Leigh, Jane Austen, John Irving, etc.
Diese Künstler erfüllen mein Herz und machen mich glücklich. Sie bringen mich aber selten zum Heulen. Dafür müssen mehrere Dinge zusammenkommen. Ich muss mich wiederfinden, in einen Spiegel meiner eigenen Angst sehen. Spontan fällt mir ein Beispiel ein, dass sich als Kombination aus Bild und Ton eingebrannt hat wie wenig andere – obwohl es aus einer Serie stammt, die ihre besten Zeiten damals schon hinter sich hatte. (Hier verkneife ich mir die Abhandlung zum Thema Dr. House und warum die ganze Show für mich wie eine heftige Therapiestunde funktioniert.)


8. Welchen Film hast Du zuletzt im Kino gesehen und wie hat er Dir gefallen?

Ich gehe zu selten ins Kino. Regelmäßig versäume ich Filme, die ich eigentlich sehen wollte und es wieder nicht geschafft habe. Das ist vielleicht die Folge der ganzen Streaming-Convenience. Wenn ich dann im Kino bin, dann manchmal eher zufällig oder sehr spontan, was zu ulkigen Ergebnissen führt. Zuletzt: „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach.“
Ein Stück finnische Absurdität, die so krass zwischen Klamauk, Drama und am Ende bizarrer Schockwirkung hin- und herschaltet, dass ich immer noch nicht weiß, wie ich den Film einordnen soll.

9. Hängen bei Dir Bilder oder Poster in der Wohnung? Beschreibe mir eines (bei einem Filmposter versuche ich zuerraten um welchen Film es sich handelt).
Seit dem Umzug im August haben es erst wenige Bilder hierher geschafft. Wenn sie mal hängen, werden es hauptsächlich Gemälde sein, außerdem das Portrait meiner Großmutter und hoffentlich endlich ein paar der gesammelten Konzert-Poster. Es gibt ein einziges Filmposter, das ich aufhängen werde. Ich versuche mich an einer Beschreibung. Der Film ist sogar älter als ich, soweit ich weiß. Es zeigt eine dunkle Gestalt, in einem schwarzen Mantel, der quasi fast das ganze Poster füllt. Die Augen und auch die ausgefahrenen Hände sind nur angedeutet und auf dem Kopf thront ein gigantischer, ebenfalls schwarzer, Hut.
Mitten im Mantel ist eine Stadt angedeutet und im Zentrum des Hutes eine Figur, die einen Stock schwingt.
Einer der Filme, der das „Epos“ tatsächlich verdient und den ich mir immer wieder ansehe.

10. Du hast eine Zeit-/Raumaschine mit der nur einmal hin und wieder zurück fahren kannst. An welchem Ort zu welchem Datum geht es und warum?
Das ewige Dilemma. Ergründe ich meine persönliche Neugier oder versuche ich ein Unglück zu verhindern? (Zu letzterem: Ich würde zum Tag der Aufnahmeprüfung an einer österreichischen Kunstschule fahren und die Jury bestechen. Fall gelöst, ganz ohne totes Baby.)
Was die Neugier angeht – ich würde mich auf ein Abendessen mit Lorenzo de‘ Medici schleichen, so 1480 rum, bei dem er seine ganzen Künstler-Kumpel eingeladen hat. Also Michelangelo, Botticelli und da Vinci. Ich glaube mit den Jungs konnte man gut Wein trinken. Wir könnten über Wissenschaft, Kunst, Politik, Geld und die Kirche lamentieren. Dann würde ich glücklich in meine Zeitmaschine steigen und wäre heilfroh, nicht als Frau im 15 Jahrhundert geboren worden zu sein.

11. Was war der skurrilste Traum an den Du Dich erinnerst?
Da war diese eine Nacht in der ich mit Falco, einem ehemaligen Professor von mir und einer Twitterin etwas durch ein Lagerhaus transportieren musste. Es gab mindestens einen Tresor, den wir knacken sollten und ich bin mir ziemlich sicher eine Falltür. Angekommen sind wir auf einer Party, bei der erstaunlich viele Menschen Fußballtrikots trugen. (das ist der leicht erklärbare Teil.) Ich könnte schwören, dass es am Ende zu internationalen Verwicklungen kam, aber außer dem Streichquartett kann ich mich nicht mehr viel von der Party erinnern.
P.S.: Bis heute weiß ich von mindestens 4 Menschen in deren Träumen ich aufgetaucht bin und einmal lebte ich als quasi Horrorfilm-Klischee in einem Erdloch unter einem Spielplatz, insofern ist das alles sehr harmlos.

Das waren meine 11 Antworten. Es folgt eine kleine Regelaufklärung:

Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat, und verlinke den Blog dieser Person in deinem Beitrag
Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt
Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen
Schreibe diese Regeln in deinen Artikel zum Liebster Award, damit die Nominierten wissen, was sie tun müssen
Informiere deine nominierten Blogger über die Nominierung und deinen Artikel

Ich will ja niemanden in Kalamitäten bringen, aber interessieren würden mich die Antworten von Stefan, Kiki und Natalie. Nämlich auf folgende Fragen:

      Was bedeutet für dich Genuss?
      Mit welchem Duft oder Aroma verbindest du Geborgenheit – warum?
      Bei welchem Song oder welcher Filmszene wirst du aus völlig absurden Gründen sentimental?
      Wie reagierst du auf Niederlagen?
      Wenn du – unabhängig vom Budget – deine eigene Beerdigung planen könntest, was wäre auf jeden Fall dabei?
      Für welche Leistung sollte dich eigentlich mal ein Stadion voller Menschen bejubeln?
      Welches Kinderbuch würdest du immer wieder verschenken?
      Von welchem Erinnerungsstück kannst du dich einfach nicht trennen?
      Traust du dir ein perfektes Verbrechen zu?
      Wie sieht eine von dir organisierte, rauschende Ballnacht aus? Wonach suchst du die Band aus?
      Für welche nicht mehr lebende Person würdest du gern mal kochen – und was?

Feiertags-Stöckchen

*plong*
Aua.
Ich erwache also kurz aus meinem Weihnachts-Fresskoma und kümmere mich um das entzückende Stöckchen, das die Rudola nach mir geworfen hat.

1. Was bleibt beim Leerfuttern des Kühlschranks immer bis zum Schluss darin?

Puh. Bei meinem eigenen: Immer der Sekt, den ich irgendwo geschenkt bekommen habe. Ich vertrage das Blubberzeug nicht. Beim Familienkühlschrank während der Feiertage: Alles was gepökelt ist. Uah.

2. Was tust Du nach dem Aufstehen als erstes?

Ich bin entsetzlich langweilig. Montags bis Freitags beginnt der Tag mit Zähneputzen, am Wochenende gibt es ein mehrstündiges im Bett rumfläzen mit Email-Checken, Twitter-Lesen und, äh, nochmal umdrehen. (mein Teenager-Ich ist dermaßen empört)

3. Deine Socken welche Du jetzt trägst, kannst Du die für mich fotografieren?

Keine Socken, sondern, diese herzigen Weihnachtsgeschenke von Mama:

IMG_20131225_211157 Wobei die Bommel und der Glitzer auf dem Bild nicht genügend zur Geltung kommen. *puschel*

4. Hast Du Narben? Wo ist Deine erste Narbe her?

Ob ich Narben habe? Fräulein, ich habe sogar einen ganzen Beitrag dazu geschrieben.
Wo es losging, ist schwer zu sagen, ich habe schließlich konsequent sämtliche Ecken und Kanten zur Unfallübung genutzt. Heißer Anwärter ist mein rechtes Knie. Entweder durch eine Stunt-Action auf dem Fahrrad oder einer Matratzenfeder, die sich reingebohrt hat. (Fragen sie nicht.)

5. Welche Klassenfahrt ist Dir in Erinnerung geblieben und warum?

Ich fand Klassenfahrten immer schlimm. Einzige Ausnahme: Als sich in der 12. abzeichnete, dass niemand mit uns eine Abschlussfahrt machen würde, organisierte die Klasse selbst mehrere Wochenend-Ausflüge in diverse Städte. Ich glaube es war Würzburg Regensburg, als wir in einem Club in eine Razzia geraten sind. Und ich war, natürlich, auf Krüken unterwegs. Zur Heldin wurde eine Klassenkameradin, die mit eisernem Bitch-in-charge-Blick vor mir her ging und uns einen Weg nach draußen bahnte. Ich kann bis heute nicht derart gucken. Und ich übe täglich, das können Sie mir glauben.

6. Seit wann bist Du im Netz unterwegs und warum hast Du Dich für ein Weblogdings entschieden?

1997 hat mein Vater ein ISDN-Modem gekauft, das war der Beginn eines neuen Lebens. Ich war ziemlich schnell viel online, noch vor den Flatrate-Jahren *hüstel*. Ins Internet geschrieben habe ich ab ca. 2002. Eine Art Blog, den aber wirklich nur eine handvoll Chat-Bekanntschaften gelesen haben. Ab 2007 dann ein bisschen ernster. Manchmal fühlt es sich immer noch eher wie ein Versuch an. Nach über 10 Jahren. Oh Gott.

7. Sommer oder Winter? Warum?

Herbst. Sprich: Man kann es mir eigentlich nicht recht machen. Ich mag die ersten Sommertage, wenn man sich daran erinnert, warum man die Wärme vermisst hat. Ich hasse die darauffolgenden Tage, weil einem wieder einfällt, was an der Hitze so anstrengend ist. Kälte und Schnee im Dezember sind toll, wegen Weihnachten und Gedöns – Kälte und Schnee im Februar sind ein Grund auszuwandern.

Die 20 Grad Föhntage in München, mit Wolkenschauspiel und leichtem Wind, das hätte ich gern einen Großteil des Jahres *wartet auf Kopfschmerz-Mob, der die Bloggerin erschlägt*

8. Was für eine Schallplatte, Kassette oder CD hast Du Dir als erstes von Deinem Taschengeld gekauft?

Tendenziell etwas peinliches, an das ich mich gnädigerweise nicht mehr erinnere. Ich erinnere mich daran, dass ich mir erst Ende der 90er Musik gekauft habe. Mambo No. 5 war dabei und Out of the dark von Falco. Oder sogar schon I’ll be missing you von damals noch Puff Daddy.

9. Deine Lieblingsspeise?

Jeder Zustand hat sein Lieblingsessen, oder ist das nicht bei allen so?! Grundsätzlich gibt es diverse Pasta-Varianten, die ich jederzeit und in absurden Mengen essen kann. Sahne-Lachs-Soße. Gorgonzola-Spinat. Auflauf. Sie wissen schon.
Andererseits bin ich dem Curry-Gott verfallen und habe eine extrem emotionale Bindung zu Suppe. Am Ende denke ich wieder an die Dampfnudeln meiner Großmutter und, nun, wie war die Frage?

10. Kaffee oder Tee?

TEE.
Tee.
Espresso.

So. Wie jetzt, 10 eigene? Äh…Probieren wir es. Ich hole mal aus und Werfe das Stöckchen ausnahmsweise diversen Herren an den Kopf. Nämlich dem Stadtneurotikr, dem verehrten Heinzkamke und dem natürlich Monsieur Buddenbohm.

1. Gibt es etwas, das du immer wieder verschenkst? Wenn ja, warum?
2. Wie sollte dein Familienwappen aussehen?
3. Nach welchen Kriterien suchst du morgens dein Outfit aus?
4. Gibt es einen Trick, um ungebetene Gäste wieder los zu werden?
5. Beim wem hast du dich zuletzt bedankt und warum?
6. Welche Berufsgruppe sollte mehr Twittern/Bloggen?
7. Welche Sache – außer Fotos – hebst du aus reiner Sentimentalität auf?
8. Welchen Geruch assoziierst du mit deiner Kindheit?
9. Mit welchem kleinen/wunderlichen Ritual beendest/beginnst du ein Jahr?
10.Was soll das Internet 2014 außer Helene Fischer heiß debattieren?