Was gut war: KW 17, 2017

Oi vey.

Montag völlig verpeilt erwacht und erst langsam daran erinnert, dass ich für die nächsten Wochen eine andere Taktung morgens brauche. Statt in meinen praktischen Durchfahr-Bummelzug zu steigen, geht es erst Richtung Rosenheim und von da aus gen München. Das ist morgens die einzig annehmbare Alternative zum Schienenersatzverkehr zwischen Ebersberg und Grafing (wir berichteten.). Und – zumindest das Panorama zwischen Rosenheim und München ist nach wie vor eines der hübschesten, an dem man so vorbeiziehen kann. Natürlich ist da auch viel Flashback dabei, denn das ist die Strecke die ich vor der Umstellung der stündlichen Verbindung von Wasserburg nach München gefahren bin.
Das waren weniger lustige Zeiten. Es sind nur 6 Wochen *Mantra aufsag*

Als hätte sich die Online-Gemeinde heimlich verabredet saß ich Montagabend in meinem klapprigen Ersatzverkehr und bekam Komplimente für mein profanes Geschreibsel hier. Derlei macht mich ja immer ganz flatterig, so innen drin. Obwohl ich schon lange schreibe und Menschen immer wieder wahnsinnig hinreißende Dinge darüber gesagt haben, ich sogar hier und da meinen Lebensunterhalt damit verdienen konnte, ist es etwas Besonderes wenn jemand einfach so einen Text liest und denn dann richtig gut findet. Manchmal kommt es mir vor, als wären Komplimente zu meinen Texten für mich ähnlich kompliziert wie Komplimente zu meinem Äußeren. Während ich bei letzterem weiß warum mich ein ernsthaftes Kompliment sogleich vollkommen aus der Bahn wirft, hab ich den Schreiber-Komplex nie komplett auseinandergenommen. Ich wüsste ja kaum wo ich anfangen soll. Zunächst gibt es in meinen Augen in diesem Internet so viele Menschen die toll, noch viel besser als ich, schreiben können. Die erzählen und erklären oder einfach nur witzig sind. Es können sich ja selbst kluge Menschen kaum darauf einigen was ein guter Text ist, fragen Sie mal in Klagenfurt nach.
Wenn sich also mehrere, von mir respektierte Personen darauf einigen können, dass ich gern lese was ich hier reinschreibe, habe ich immer so einen kleinen Herzinfarkt.

Dienstagabend die erste richtige SEV-Odyssee inklusive Frust-Leberkassemmel und Zuhause dann Kuchen und Wein. Nach den 6 Wochen werde ich Heilfasten oder ähnlichen Blödsinn machen müssen.
Der Spieltags-Mittwoch begann herrlich passiv-aggressiv, mit einem Schaffner auf der Rosenheim-Strecke, der zwar keine Details über meine Baustelle wusste, mich aber darüber informierte, dass mein Ergänzungsticket de facto als Schwarzfahren gilt. Zur Erklärung (wenn Sie das Südostoberbayerische Verkehrsnetz so langweilig finden, wie ich Schuhgeschäfte, einfach den Absatz überspringen.): Ich habe eine Isarcard, mit der ich eigentlich ab dem 1. MVV-Halt – meine alte Heimat Aßling – bis nach München komme. Wenn ich von Wasserburg via Rosenheim nach München will, fehlt mir ein Stück. So jedenfalls mein Gedanke, als ich morgens ein Ticket von Wasserburg nach Aßling zubuchte, um bis nach München zu kommen. In Rosenheim steige ich in einen Zug ein, der von dort bis München durchfährt, meine einzige Alternative, um nicht 45 Minuten später, sondern nur 20 Minuten später ins Büro zu kommen. Sie ahnen: Der Zug hält nicht in Aßling und darum, so weiß ich nun, zählt auch mein Ticket nicht.
Mr. Bitchy zählte dann irgendwas von Verkehrsverbünden und „das ist aber halt so“ auf, worauf ich sowieso besonders verständnisvoll reagiere, um mir letztendlich zu erklären, dass ich bei erneutem Zuwiderhandeln (das Wort wollte ich immer schon mal anbringen) mit 60 Euro Geldbuße zu rechnen habe.
Das heißt: anstatt für die gleiche Strecke eine Kombi aus Isarcard und normalem Ticket lösen zu können, muss ich bis Anfang Juni jeden Tag das Ticket für die komplette Strecke lösen. Da geht er hin, der Quartalsbonus, der aber schon so dermaßen anders verplant war. Ich verbringe Mittwochvormittag mit einem Wut-Kloß im Bauch.
Eines Tages läuft mir so ein Verkehrsverbund-Absprachen-Mensch über den Weg und dann gnade ihm Gott.

Neben einem absurd vollen Arbeitstag, arbeitet sich die Twitter-Timeline an einem Tweet zum Thema Kindergartengruppen im öffentlichen Berufsverkehr ab. An vorderster Front debattieren innenstädtisch wohnende Menschen, dass sich die Pendler mal nicht so anstellen sollen. Außerdem wird gleich mal die Kinderhass-Keule rausgeholt, drunter machen wir’s ja nicht. Dass es auch für Kinder ätzend ist, in eh schon volle Züge/U-Bahnen steigen zu müssen oder Lehrkräfte manchmal einfach zu doof sind, um daran zu denken – für differenzierten Austausch haben wir da zu wenig Zeichen. Natürlich steht und fällt das Ganze mit dem generellen Auslastungsproblem des Münchner Nahverkehrs. Wäre die Überbelastung nicht Standard, sondern Außnahme, ertrügen wir ein paar hereinstürmende Schratzen auch besser. Aber ich lass mir natürlich gern von Nicht-Pendlern erklären, was ich zu ertragen habe. (Wenn einer schreibt, dass wir doch dann alle nach München ziehen sollen IST DER WATSCHENBAM SOWAS VON UMGFALLEN.)

Reden wir einfach nicht mehr über Fußball, ja? Gottseidank arbeiten mir bekannte, berüchtigte BVB-Fans in anderen Teilen des Firmengebäudes.
(Meisterschaft 27: Check.)

Das lange Wochenende begann schon Freitags und sollte eines voller interessanter Begegnungen werden. Vor allem mit Menschen, die grade große Umwälzungen in ihrem Leben starten, die Entscheidungen getroffen haben. Zu wissen, wie befreiend das sein kann, macht mich immer auch ein bisschen mit-glücklich. Das beflügelt für die eigenen Pläne, macht Hoffnung. Und hilft vor allem, wenn man anderen durch eine blöde Übergangsphase helfen muss. Es wird wirklich anders. Immer.

Außerdem am Freitag mal optimistisch die Hausbar um Bier und Limo erweitert. Komm schon Sommer, ich habe einen Balkon, keine Champions-League Termine und auch keine Geduld mehr.

Sonntag endlich den richtigen Ersatz für den kaputten Laptop in Empfang genommen. Mit i5, 8GB RAM und SSD. Endlich angekommen im 21. Jahrhundert. Sobald ich und der schicke Silberling uns angefreundet haben, wird er mal als Podcast-Produzent getestet.

(Ich verspreche, das war’s erstmal mit Pendel-Geheul. Und Fußball. Vielleicht reden wir nächste Woche über… das Wetter? Eishockey? Einen neuen Titel für diese wöchentliche Beschwerde-Sammelstelle?)

Was gut war: KW 16, 2017

Ach so, ja richtig, ich hatte den Ostermontag noch in der letzten Woche verbloggt. Das war sehr clever Bella.

Ich fahre durchaus gern ins Büro, wenn viele Leute frei haben. Dann hat alles irgendwie genau die Bevölkerungsdichte mit der ich gut leben kann. Der physische Raum ist auch gut, weil es sich dann anfühlt als hätte man mehr Platz zum Nachdenken, zum Tagträumen. Eine meiner besten Disziplinen. Nachdem Ostern von mehreren Traum-Kapiteln geprägt war, die mich eher erschöpft hatten aufwachen lassen, kann ich jetzt aus der Distanz darüber nachdenken, wie ich die Angelegenheit vom Unterbewusstsein endgültig ins Nicht-Bewusstsein verschieben kann. Eine Aufgabe, die sich als komplexer herausstellt als man zunächst denkt. Work in Progress. Wie jemand auf Twitter der @yellowled meinte: Den Rest macht die Zeit. Wollen wir mal sehen.

Der Büro-Dienstag hatte dafür genug kleine, wirre Aufgaben, um dafür nicht wahnsinnig viel Zeit zu lassen und außerdem war SPIELTAG.

ABER REDEN WIR VON ETWAS ANDEREM. (Ugh. Dann halt Gigi Buffon. Muss wohl so sein. )

Der nächste Büro-Umzug steht an und Mittwoch konnten wir schon mal in Ruhe eine Begehung der neuen Plätze machen, inklusive malerischem Ausblick auf einen Schotter-Parkplatz. Endlich wieder mehr Ruhe und die direkt relevanten Kollegen in der Nähe haben wird aber schon super. Langsam gewöhn ich mich daran, dass die einzige Konstante hier Veränderung ist. Was im Grunde meine Lieblings-Konstellation ist – mir war nur nicht klar, dass das auch noch bei dieser Größe funktioniert. Apropos Ausblick: Diese Schnee-Sache, grade auch in Unterföhring. Weil mein kleines Dorf am Inn macht nicht in diesem Ausmaß mit. Da ist es einfach nur nass und kalt, schlimm genug. Klar, es ist April. Aber der Wechsel zwischen den Klimazonen, it’s a bit much, isn’t it? Mein Wintermantel gehört schon seit Wochen in die Reinigung und die Wolljäckchen hab ich auch ein wenig satt. Also wenn wir demnächst so ein bisschen, gern auch ganz mild und gar nicht heiß…? Wäre ich sehr verbunden.

Das Wetter macht einen auch so…halb-melancholisch, semi-trübe? Jedenfalls findet man Gelegenheit in den alten Blog-Einträgen rumzulesen und achdujemini. Diese Nabelschau der frühen 20er, wenn man denkt, man hätte alles aber auch alles schon verstanden, ganz besonders wenn man schon so altklug zur Welt gekommen ist wie ich. (Das kleine Blogdingsi wird ja in absehbarer Zeit 10 Jahre alt und es ist auch schon die dritte Inkarnation eines Bella-Blogs. Mindestens. Generation ISDN und Geocities, baby!)
Aber eben auch: Sehr früh die Erkenntnis, dass dieser „junge“ und „urbane“ City-Lifestyle nie meins war und nie meins sein wird. Nur: Jetzt denke ich eben doch drüber nach, auch aus ganz profanen Job-Gründen. Nicht so bald, dafür gibt es noch sehr wichtige Dinge, die mich im Dorf festhalten, aber wenn ich auf alles Blicke was ich will, muss ich eben auch anfangen aufzuzählen was ich im Gegenzug dafür tun würde. Pragmatikerin sein ist anstrengend.

Überhaupt ist das die Überschrift der Woche: anstrengend. Anstrengende Fußballspiele, anstrengende, überraschend lange Arbeitstage, anstrengende Sorgen von geliebten Menschen, sogar hochgradig anstrengende Träume. (inklusive einer geträumten Schwangerschaft. Wenn die Abteilung Traumdeutung mal…?) Am Freitag Vormittag dann zu lesen, dass der wohl Einzeltäter von Dortmund auf tote Spieler und fallende Aktienkurse gewettet hatte, ist von derartiger Ekelhaftigkeit, dass ich schon vor dem Mittagessen über Alkohol nachdenke. In der Twitter-Timeline wird die Frage gestellt, warum Gier so viel abscheulicher und verwerflicher auf uns wirkt als religiöser Wahn und ich glaube, es hat was damit zu tun, dass Gier uns näher ist. Besonders religiös sind die Wenigsten von uns, da denken wir an Gehirnwäsche und Herdenverhalten. Aber Gier, Neid, Kapitalismus, das ist sehr nahe an uns. Denn gerade wegen eben dieser Dinge den inneren Schalter umzulegen und das Leid anderer Menschen zum eigenen Gewinn in Kauf zu nehmen, das ist sehr greifbar. Da ist eine Hürde gefallen, mit der wir auf einer anderen Ebene vielleicht auch schon gerungen haben. Was tue ich, um mich zu bereichern? Wobei bereichern ja nicht immer heißt Vermögen zu sammeln, sondern manchmal einfach nur zu überleben. Welche Prinzipien, welche Moral steht über Geld. Was ist mir mehr wert – buchstäblich?
Dazu passt auch, dass in den Meldungen oft zu lesen war, dass er an der TU Tübingen gearbeitet hat. Als wäre das wichtig. Oder würde etwas bestimmtes über ihn sagen. Ich verfalle schon wieder in Meta-Medien-Gedöns, Entschuldigung.
Das ist halt der Reflex, wenn eine ohnehin schon unvorstellbare Sache sich als noch viel perfider herausstellt. Die menschliche Natur hält entsetzliche Abgründe bereit.

Okay, menschliche Natur, die ist ja im menschlichen Körper beheimatet und als ich am Wochenende diverse Klamotten durchprobierte (weil ja momentan sowohl Winter- als auch Sommer-Garderobe up to date sein muss, damn you, April!), musste ich dessen Fehlbarkeiten mal wieder anprangern. Dass mein Kadaver ein gigantisches Jojo ist- geschenkt. Wo andere mal um 2,3 oder 5 Kilo schwanken, sind es halt bei mir je nach Lebensumstand (und eher nicht Ernährungsgewohnheiten, Diätdeppen) schon mal eher 10, 15 Kilo. Body-Acceptance heißt halt auch die Akzeptanz von Veränderungen des Körpers. Hab ich mich drauf eingerichtet, mehr oder weniger. Klamottenspektrum umfasst 4 Kleidergrößen, ich erschrecke nicht mehr wenn Sachen plötzlich rutschen und auch wenn ich gern mal über längere Zeit dieselbe Körperform hätte, um mich damit anzufreunden – bassd scho irgendwie. Seit Beginn des Jahres scheine ich mich tendenziell zu minimieren, warum auch immer. (Die Maximalentfernung S-Bahn-Haltestelle Unterföhring und Büro könnte etwas damit zu tun haben.)

HAVING SAID THAT:

Als Frau trägt man ja noch diese sekundären Geschlechtsmerkmale mit sich rum, die anständig verpackt werden wollen. Und das Politikum BH-Kauf ist für fast jede von uns ein kleines Trauma. Hat man schließlich Marke, Größe und Passform gefunden mit der man sich wohlfühlt, will man da auch erstmal nicht weiter drüber nachdenken. Wer aufmerksam mitgelesen hat, versteht jetzt: Hier wird mein Jojo-Körper zum Problem. Ich hatte mich quasi gerade eben mit meiner aktuellen BH-Größe angefreundet. Körbchen bisschen mehr als früher, Band eher überraschenderweise immer noch passend und 85 D findet man grade eben noch so in normalen Unterwäsche-Abteilungen. Wie gesagt, ich hatte mich gerade daran gewöhnt und entsprechend eingekauft. Not so fast. Weil mein Jojo-Körper an bestimmten Reserven mehr hängt als an anderen, schrumpfe ich gern obenrum etwas zusammen und behalte dafür bis zum bitteren Ende meine Oberschenkel (Danke familiäre DNA von zwei Seiten. Zefix.) Alles rutscht, die ersten Bänder haben Luft und die erst letzten Dezember erworbenen Lieblings-BHs wirken schon wieder etwas zu Umfangreich.
Hass, hass, hass.

Fast ist man froh, dass das Wetter schlecht ist und Mama Donnerhall zum Gulasch-Essen lädt. Carbs! Fleisch! Marmorkuchen! In your face, Jojo-Kadaver.

Spoiler für nächste Woche: Ab Montag feat. Schienenersatzverkehr – stay tuned!

Was gut war: KW 15, 2017

Upps, da kann einem schon mal ein Tag abhanden kommen.

Montag. *rotz* *schnief* *hatschi*
Statt Nachtisch Sinupret. Großraumbüros sind super.
Nächste Lektion in Sachen Termin-Tetris. Es hat sich ja, und die Notwendigkeit sollte uns allen zu denken geben, eingebürgert, dass man sich Zeiten im Kalender wegblockt, in denen man tatsächlich an etwas arbeiten will. Als wäre das die Ausnahme.

Dienstag zum Beispiel war gar keine Zeit für Termine, weil die Arbeit sich stapelte. Aber so will man es ja. Dann hat man am Ende des Tages auch das Gefühl etwas getan zu haben. Meistens hat man außerdem etwas gelernt, irgendein Problem gelöst, jemandem geholfen oder eine Sache charmant woanders hin delegiert. Dann setzt es sich noch zufriedener vor den Fernseher, um zuzusehen, wie 22 Kerle einen Ball jagen.
Sogar, wenn es nicht die eigene Herzensmannschaft ist, die den Ball jagt. Dann kann man sich mit den trivialen Aspekten dieses Sports beschäftigen. (Als würde man das nicht eh schon tun.)

[Vor dem Serien-Boom war Fußball einer meiner besten Quellen für Longform-Drama. Eine Mannschaft über Jahre verfolgen, auf und ab, durch Dramen und Triumphe, vom verlorenen Finale im eigenen Stadion zum Triple. Bayern-Fan sein, ist wie Oper lieben. DRAMA IN ALL CAPS.]

Puh. Da ging er hin, der Plan Borussia Dormund in der Champions League zu gucken. Was bleibt, ist Durchatmen, ruhig bleiben und abwarten. Nicht länger darüber nachdenken, wie kreativ manche Gruppen mittlerweile sind, wenn es um Aufmerksamkeit und Schaden geht.
Auch am Mittwoch bleibt Fußball irgendwie lauwarm. Dortmund und Monaco liefern sich zwar ein wildes Spiel, aber als danach von den BVB-Spielern alles abfällt, merkt man erst, wie kaputt die ganze Angelegenheit ist. Spielen wollten sie nicht, aber the show must wohl go on. Wenn nicht einmal mehr die Opfer eines Anschlages ihre Umstände diktieren können, weil die UEFA meint, sie wüsste schon was gut ist. Dreck, alles. Und dann zeigen die nächsten Tage, dass es mehr potentielle Terror-Richtungen gibt, als mir spontan eingefallen wären. Kaputte Welt.

Passend zum zweiten Akt des Dramas, fällt der Herzensverein gegen die Bäh-Truppe um Cristiano und Sergio auseinander. (Toni, komm nach Hause. Das geht doch so nicht, mit den ganzen Tätowierungen!) Rehlein Javi Martinez fängt sich eine rote Karte ein, Vidal verschießt einen Elfmeter ins Münchner Firmament und Carlo Ancelotti sollte jemand von Tod oder Gladiolen erzählen.

Gottseidank wurde ich Donnerstag mit Arbeit erschlagen und Zeit für weiteres Nachdenken blieb nicht wirklich. Zuhause will man sich nach so einer Woche ja nur noch an der Weinflasche festhalten.
Was unter anderem dadurch erschwert wurde, dass sowohl die Alkohol- als auch die Laptop-Bestellung vom letzten Wochenende irgendwie verschlampt wurden. Lieferant 1 konnte keinen Geldeingang verzeichnen und ich musste erstmal schauen wo das geblieben war, Lieferant 2 hatte zwar Geld eingezogen – wusste aber nix von meiner Bestellung. Hello Rotwein my old friend. (Der Laptop kam dann Samstag, war aber der Falsche. That’s my life right now, in a nutshell.)

Egal. Das lange Wochenende genau so verbracht wie man das sollte. Mit Ausschlafen, mit sensationellem Essen, Kuchen, Alkohol und Familie. Wenn unsere Sippe gutes Essen und ein wenig Schnaps hat, wird es immer super. Das war dieses Mal durchaus sehr schön zu beobachten, weil das Schwesterherz erstmals die männliche Begleitung von Anfang an dabei hatte und der hier und da ob unseres Tempos leicht irritiert wirkte. Wir sind da ein bisschen wie ein Comedy-Autoren-Raum. Immer noch einen drauf setzen. Und damit meine ich die Weiber in der Familie, wie Tante E. mit ausnehmend dreckigen Witzen erneut unter Beweis stellte.

Darum Ostermontag geradezu komatös mit Buch, Serien und Eishockey. Okay, eventuell passt das Wort komatös nicht zu den Lauten, die ich von mir gebe, wenn Konrad Abeltshauser quasi versehentlich den Linesman umnietet oder der EHC München (ja ja ich weiß, ein Brause-Club. Habt’s mich doch gern, Profi-Eishockey geht nimma anders. Fragt mal bei meinem Heimatclub in Rosenheim nach wie das ist, wenn man am langen Sponsoren-Arm verhungert und die Jugend zwar Erfolge feiert, der ehemalige Meisterverein aber dem Abgrund entgegen schlittert. Schön ist das nicht. Da schmeckt auch plötzlich die Brause.) zum zweiten Mal hintereinander Deutscher Meister wird. Verdient. Es ist eine andere Sorte Adrenalin, die dieser Sport hervorruft. Ich liebe es.

Außerdem wurde das komplette Wochenende von einer mehrteiligen Traum-Reihe begleitet in der ich zum x-ten Mal durchexerziere was wäre wenn und langsam brauch ich vielleicht eine Art Therapie. Man kann Menschen nicht einfach so als Geist jahrelang mit sich rumschleppen, die nehmen dann Platz weg für neue, echte Menschen. Vor allem, wenn er mich vermutlich schon lang vergessen hat. Just another blimp on the radar.