Aus, Äpfe, Amen

How does it feel to be wrong
Stuck on stupid for so long
So why you gotta yell, don’t you think I heard
You always gotta have the last word
You say you’re gotta leave but let me be the first
To hit you right where it hurts

völlig grundloses Bild eines alten Autos. Transport-Metapher ausgeschlossen.
völlig grundloses Bild eines alten Autos. Transport-Metapher ausgeschlossen.

„Wir“ 1, hier in diesem Internet, sind das wirkliche Beenden von Dingen in gewissem Sinne gar nicht mehr gewohnt. Wir spinnen Dinge gern kontinuierlich weiter, diskutieren und verfransen uns. Ob Unterhaltung wie Bücher und Serien oder die Entwicklungen im „realen“ Leben – wir denken schreibenderweise noch sehr lange darüber nach. Eine schöne Sache.
Weil da draußen, so generell, enden Dinge oft ohne, dass alles geklärt ist. Abrupt, brutal und kontextlos.
Und manchmal muss man sie sogar selbst beenden.
Freundschaften, Beziehungen, Arbeitsverhältnisse, Familienbande.

Hilfestellungen, um Dinge stilvoll zu finalisieren gibt es derweil viele. Wie man sich auch nach der Beziehung noch versteht, wie man sich höflich von ehemals besten Freunden distanziert oder elegant aus dem Büro verabschiedet. Schließlich lebt man ja heute auch vom eigenen Netzwerk und um Himmelswillen, jemand könnte noch nützlich sein. Fast egal, wenn derjenige eine untragbare Persönlichkeit sein eigen nennt – er könnte einem doch irgendwann einen Auftrag bescheren.

Aber hin und wieder geht das einfach nicht. So sehr man es versucht. Wirklich. DAS GEHT NICHT NUR MIR SO. Deswegen rede ich jetzt darüber. Das gehört sich nämlich eigentlich auch nicht.

Im Englischen gibt es die schöne Redewendung von „burned bridges“ also den Brücken, die hinter einem verbrannt sind und über die man nicht mehr dahin zurück kommt, wo man grade noch war. Cool ist sowas allerdings nur im Film. Wenn jemand alle Zelte abbricht oder mit einer großen Tirade geht. Ein dramatischer Abgang mit allem drum und dran.(Blöderweise fällt mir grade nur Jerry Maguire als Beispiel ein. Es gibt bestimmt hübschere.)

In Wirklichkeit ist es hauptsächlich anstrengend. Es zerrt und pocht noch eine Weile. Wie ein Zahn, der einem gezogen wurde.

Zu meiner Verteidigung: Es ist nicht so, dass mir das dauernd passiert. Ich kann ganz normal Sachen zu ende bringen, durchaus. Abschlüsse machen, mich auf leisen Sohlen aus Verbindungen schleichen, ordentlich von der Abteilung verabschieden.

Nur, und vielleicht, werter Leser, haben Sie das schon gemerkt: Ich neige zur Ehrlichkeit. Zur geradezu brutalen Ehrlichkeit. Und ich habe das genetische Unglück eines starken Rückgrats bekommen, wodurch ich letztendlich auch immer zu dem stehe was ich sage.
Das macht mich zu einer verlässlichen Ratgeberin, einer konstruktiven Kritikerin, einer guten Kameradin auf jeder Art Schlachtfeld und einem Menschen mit bemerkenswert wenig Reue-Momenten.

Aber auch zur falschen Person, wenn man ‚um des lieben Friedens willen‘ lieber nichts sagen sollte. Oder gar zur vermittelnden Diplomatin in einem Krisenherd. Not gonna happen. Ich halte meine Klappe nicht. Ich schüre das Feuer, ich lege noch einen nach. Und wenn jemand ungerecht behandelt wird, kann ich auch böse werden.

Es gibt Tage, da danke ich einer nicht genauer definierten überirdischen Macht für Menschen, die mich auf derlei vorbereitet haben. Für Begleiter und Autoriätspersonen, die erkannten, dass mein etwas eigener Kopf mir zwischen den Duckmäusern dieser Welt nochmal Probleme bereiten wird. Die auch erst gar nicht versucht haben mich zu verbiegen, sondern mir einbläuten, dass ich etliche Kämpfe nicht gewinnen würde und besser lerne daraus die Konsequenzen zu ziehen. Mein Lebenslauf hat seine Scherenschnitt-Momente.

Was auch heißen kann einen Schritt zurück zu machen. Distanz gewinnen, Luft holen, Revue passieren lassen, einordnen. Wie viel hat mein innerer Konflikt-Cheeleader angezettelt, bis wohin hab ich nur reagiert? An welcher Stelle wurde es persönlich oder zumindest der Ton zu scharf? Gab es die Möglichkeit Probleme anders, eher, schrittweise zu klären? Habe ich mich leiten oder manipulieren lassen, womöglich eine Auseinandersetzung nur stellvertretend für jemand anderen geführt? Vor allen Dingen: Hätte ich früher, womöglich von vornherein, einsehen müssen, dass es nichts wird?

Nur wenn man sich diese Fragen auch beantworten kann, merkt man nämlich rechtzeitig ob man sich nicht einfach nur zu einer unverträglichen Zicke / einem starrsinnigen Querulanten / paranoiden Verschwörungstheoretiker entwickelt. Das würde ich scgib gern vermeiden.

Worauf ich hinaus will: Das ganze ist nicht unbedingt zu empfehlen – aber man kann es auch überleben. Es gibt – wirtschaftliche Zwänge hin, langjährige Beziehungsarbeit her – nur sehr wenige handfeste Gründe langfristig in einer vollkommen unglücklichen Konstellation zu verweilen. Das vergessen wir manchmal. Teils aus Rücksicht, teils aus Angst. Bedenken wohin man schaut und gerade Frauen empfinden ihre Rolle oft immer noch als irgendwie passiv, in die Ecke gedrängt.

Mich Krach und Randale etwas hinter sich zu lassen, ist für niemanden angenehm. Auch das High der Befreiung hält nicht ewig, aber die Kraft aufbringen und schließlich neues Terrain erobern, sind es am Ende doch wieder wert. Es gibt Wiesen, die sind tatsächlich grüner und Menschen, die sind tatsächlich angenehmer.

Das hier ist kein Trennungsaufruf, nur eine kleine Erinnerung an all die Brücken, die man ja noch gar nicht überquert hat. Auch für mich selbst.

  1. Ja, ich weiß. Es ist unhöflich stellvertretend zu sprechen. Falls Sie sich so gar nicht angesprochen fühlen: Interpretieren Sie es bitte als Pluralis Majestatis.

Meine Fernbeziehung zum Netzfeminismus

das hier legt mir schon eine Weile auf der Seele und ich wünsche ich hätte mehr Vokabeln, um differenzierter ausdrücken zu können was ich sagen will. Aber die habe ich nicht und jetzt muss es raus. Wer sich davon kritisiert oder beleidigt fühlt: Willkommen im Club.

Radikal ist cool, aber cool war ich noch nie.

Disclaimer: Ich bekomme all die Shitstorms und Aufreger kaum noch mit, ich verstehe die Feindbilder nicht und diese dauernde Vereinnahmung bei der Feminismus die Glocke für Antirassismus und LGBT-Themen ist, nun, das sollen andere beurteilen.

Das Netz hat mich zur Feministin gemacht. Das Netz treibt jetzt mit Gusto einen Keil zwischen mit und die Bewegung. Wobei, seien wir genau: Zwischen mich und den deutschen Netzfeminismus. Fürs erste ist es Distanz, eine freiwillige. Wir reden noch manchmal, ich denke hin und wieder daran. Aber eine gemeinsame Zukunft ist unklar. Irgendwer müsste den Raum überwinden und ich bin stur.

Mir ist klar, dass Betreuungsgeld und Mütterrente populistisch und größtenteils nutzlos sind – sie sind aber auch die erste greifbare Anerkennung für Erziehungsarbeit seit der Einführung des Kindergeldes. Aber anstatt dort anzuknüpfen und konkrete, besser Vorschläge zu machen, kippen die Redeslführerinnen 1 Dreck über dem politischen Gegner aus. Um danach Nelson Mandela zu zitieren.
Diese großspurigen Beraterinnen und Gründerinnen irgendwelcher ungelesenen Publikationen machen oft den Eindruck als wollten sie Frauen zuerst der Familie und dann einander entwöhnen. Nur noch einsame, hochgebildete Wölfinnen auf queeren Wegen. Der Rest wird zurückgelassen, weil nur zählt, wer sich befreien will.

Die grundsätzlich Ignoranz gegenüber der Wirklichkeit ist dabei nur der Anfang meines Ärgers. Einer Wirklichkeit, in der Frauen schlechtbezahlt in Dienstleistungsberufen Überstunden machen und keine Zeit für flausch-Barcamps haben. Die in Branchen arbeiten, die nicht nur frauenfeindlich, sondern menschenfeindlich sind. Ich habe nicht die Hybris diesen Frauen zu sagen ihr Wunsch nach Doppelhaushälfte, einem Ehemann und zwei Kindern wäre der Sieg des Patriarchats. Des Kapitalismus, natürlich. Aber das sind, so sehr Teile der Bewegung das anders sehen, zwei unterschiedliche Dinge. Und wenn diese Frauen sich dann darauf freuen ihre Kinder die ersten drei Jahre selbst zu erziehen, weil sie nicht im Discounter an der Kasse sitzen müssen, das ist dann schlecht für die Gesellschaft? Oh, mein Fehler, diese Frauen ohne Abitur gelten ja auch als bildungsfern und der Staat sollte sich dafür einsetzen, dass sie ihrem Nachwuchs durch die fehlende klassische Bildung und ohne zweite Fremdsprache nicht zuviel Schaden zufügen.
Wenn der ungebildete Handwerker-Vater sich gern um die Kinder kümmern will, während Sie CFO irgendwo wird, ist das etwas anderes.

Verstehen sie mich nicht falsch, jede arbeitende Mutter die Karriere machen will, soll jede mögliche Betreuungsoption haben, die man sich denken kann, klar. Aber das Herabwürdigen von Frauen, die sich anders entscheiden, geht mir unfassbar auf den Zeiger.

Prägend für mich ist momentan aber eben die Wirklichkeit. Eine Wirklichkeit, in der mein erstes Beispiel noch wesentlich öfter vorkommt als die Mutter im Aufsichtsrat, die dringend eine Kita mit RundumdieUhr-Öffnungszeiten braucht. Aber hey, das ist meine Blase. Die Filterbubble manch blubbernder Netz-Elite-Feministin (höhö) ist dramatisch anders und animiert zur Schöpfung von Begriffen wie “Hetenperformance”. Applaus!

Was diese „Aktivistinnen“ nicht sehen, ist, wie sehr ihre Negierung irgendeiner Mittelklasse den eigenen Zielen schadet. Anstatt Feminismus als klare, kluge und offensichtliche Denkweise durch alle Klassen sickern zu lassen 2, wird ein Luftschloß gebaut, in dem jeder sprachliche Faux-Pas ein digitales Schlachtfest nach sich zieht, man sich gegenseitig für das White-Privilege auspeitscht und zu mehr Sensibilität gegenüber ausländischen Drogendealern ermahnt.

Wer mit diesen schrillen Perspektiven nicht umgehen kann, darf nicht mitspielen.
Das Problem ist: Viele vernünftige Frauen, die täglich mit wirkliche Problemen durch Geschlechter-Ungerechtigkeit kämpfen, haben nicht die Kraft sich irgendwelche Schreigefechte mit Gender-Studentinnen ohne Abschluß zu liefern.

Ich auch nicht. Darum geht neine Sorte Feminismus gefühlt gerade im Netz unter.
Mein Feminismus, das sind Gespräche mit jungen klugen Frauen um mich herum, die dagegen sind, die “Pille danach” unkompliziert verfügbar zu machen. Ihr internalisiertes Frauenbild ist so (selbst)kritisch, dass sie promiskuitiven Männern ihre Dummheit und Verantwortungslosigkeit zugestehen, aber Angst haben junge Frauen könnten “noch weniger aufpassen”. Es würde auch “die falsche Sorte” Frauen zu unseriösem Verhalten animieren. Egal wie jung, egal wie verliebt – weibliche Unvernunft soll doch bitte Konsequenzen haben. Ansonsten kann sie sich doch “kümmern”. Um Kondome, um die Pille, um den Trieb des Kerls.

Es braucht erstaunlich lange, wenn man diesen sonst im besten Sinne liberalen Menschen erklären will, warum Dinge wie die Pille danach die Grundlage für einen Paradigmenwechseln sind. Passend dazu war die erste, die komplettes Verständnis zeigte eine Krankenschwester. Sie hatte schon zu viele verzweifelte Mädels gesehen, die sich nach der Zeltdisco nicht ganz sicher waren, ob ihnen nicht jemand was in die Whisky-Cola getan hatte. Je unkomplizierter, normaler und sicherer Sex wird, desto weniger müssen sich Frauen darüber definieren.

Mein Feminismus findet statt, wenn ich in Runden mit standhaften CSU-Wählern über Frauenquoten und deren positive Wirkung rede. Über eine Denkweise, die differenzierter ist als die meisten Statements von Alice Schwarzer. Über Feminismus, der Spaß und Sinnlichkeit für alle will und ein effektiver Erziehungshelfer für Eltern von Töchtern sein kann. Über pinkes Spielzeug, über Frauen die sich gegenseitig manipulieren und kichernd die eigenen Klischees feiern. Ein Feminismus, der Barrieren abbaut, anstatt neue aufzuziehen.
Keine nebulösen Begriffe, keine Verurteilung, simples Argumentieren. Wenn x, dann y und das ist besser für alle.

Der Netzfeminismus hat nie gelernt sich als clevere Option darzustellen, dafür wird zuviel verurteilt und ausgelacht. Ich kann das nicht mehr. Feministin zu sein, ist kein Grund überheblich zu werden. Etwas verstanden zu haben, zu dem vielen immer noch der Zugang fehlt, ist kein Grund meine Meinung undifferenziert und ohne Gedanken an andere Ansichten zu verbreiten. Der Feminismus muss dringend von seinem akademischen hohen Ross herunter und mal wieder zu Fuß gehen. Menschen wollen lernen und wollen sich richtig verhalten, aber sobald der digitale Zeigefinger nur noch Fehlverhalten zeigt und alles zum Skandal aufbauscht, wird sich eine Trotzhaltung dazu entwickeln. PETA, anyone?

Ich bin viel online, halbwegs gebildet, jung, single – und ich ertrage den Netz-Feminismus gerade nicht mehr. Es tut mir leid.

  1. meistens ohnehin nicht betroffen weil weit weg von jeder Art Familie. Während die tatsächlichen Mütter im Netz oft diejenigen sind, die unterschiedliche Lebensentwürfe akzeptieren und sehr pragmatisch über die aktuellen Möglichkeiten reden. But I digress.
  2. Apropos, der Ausschluss von allen die sich der Bewegung nicht vollumfänglich ausliefern ist der wahre Klassismus, nicht ein paar Bücherregale, HERRGOTTNOCHMAL.

Vernäht

Neulich ging es in der Twitter-Timeline um Narben. Irgendjemand war im Krankenhaus gewesen und sorgte sich, dass die Narbe am Bein nicht schön heilen würde. Jemand anderes bestätigte, dass das aber doch sehr schöne Arbeit sei und bestimmt gut und vor allem kaum sichtbar verheilt.
An anderer Stelle wurde kurz davor nach einem Heilmittel für eine kleine Brandnarbe gefragt. Auch noch irgendwie mit „nicht beim Essen aufs Bild gucken“. Und ich dachte: HÄ?

Ging in Gedanken meinen Körper durch. Die lange Narbe die an der rechten Ferse beginnt und fast 10cm entlang der Achillessehne geht. Die großen Flecken am Knöchel, wo die Haut so großflächig von den Metallspießen des Fixateurs aufgerissen war. So geht es den Unterschenkel hinauf weiter. In der Mitte des rechten Unterschenkels ist die lustige dünne Narbe unter der man, wenn man mit dem Finger darüber fährt, die Delle im Knochen spüren kann. Die lädierten Knie zu beiden Seiten, weil ich immer schon zu blöd fürs Radfahren war. In der Leiste ist es nur ein Punkt, weil sie damals eine Laser-Prozedur ausprobiert haben um die Lücke in der Nähe meines Herzens zu schließen.

An den Unterarmen sieht man, dass ich immer durchs Leben gestolpert bin, gern an Dingen hängen bleibe und das Maul aufreiße, wenn Leute mit Messern in der Nähe sind. Und heiße Bleche sollte man mir auch nicht geben. Und Katzen, natürlich.
Am linken Oberarm ist die häßlichste von allen. Ziemlich lang und ziemlich dick, weil sich die Ärzte doch arg verschätzt hatten bei der Größe der Exostose. (Jaja, so ein Röntgenbild kann täuschen!) Also haben sie am Ende an diversen Stellen gezogen und mit einem dicken Faden genäht.
Neu ist der winzige Knubel an einem Schlüsselbein, weil mich in Hamburg ein herabfallender Ast hinterlistig angegriffen hat.

Worauf ich hinaus will: Ist das auch so eine Schönheitswahn-Sache oder bin ich einfach zu abgebrüht? Gut, bei mir verheilt das Zeug immer nur so mittelgut und ich habe die Hautfarbe eines gesunden Raffaellos. Aber wirklich – sind Narben jetzt auch böse und unerwünscht, weil wir alle glatt und perfekt und eigentlich Androiden sein sollten?

Habe ich tatsächlich übersehen auch noch an diesen Markern meines Lebens herum zu mäkeln? An Männern gelten Narben doch noch irgendwie als cool. Männer haben Kampfspuren. Hallo, meine Narben sind auch Kampfspuren. Von den Kämpfen meines Lebens. Von kleinen Niederlagen und großen Siegen. Von allen Dingen und „Fehlern“ die mein Körper angeblich hat, empfinde ich die Narben als am wenigsten Relevant.

Wenn ich so stehe und an mir herunter blicke, dann sehe ich nur alles, weil ich auf beiden Füßen stehen kann. Weil clevere Ärzte die Sehnen meiner Zehen durchschnitten haben, um sie zu begradigen. Sehen sie darum seltsam aus? Ja. Find ich sie genau darum toll? Aber hallo.

Manchmal sind Geschichten hinter Narben furchtbar trivial (heißes Blech, über die eigenen Füße fallen, sich am Blech (!) festhalten wollen) und manchmal fast heroisch. (Du Nazi-Depp solltest erstmal deinen Hauptschulabschluß nachholen! Das ist ja ganz toll, dass du ein großes Messer hast. Gaaanz toll, haha.) Aber es sind Geschichten. Und während andere sich Bilder in die Haut stechen lassen und dramatisch die Haare abschneiden, sind Narben Geschichtenerzähler, die einfach da sind, ohne zusätzlichen Aufwand gewissermaßen.

Meine Narben gehören zu mir, wie meine Locken und meine Zahnlücke. Ich pflege sie auch. Manchmal sind sie die beste Erinnerung daran, dass egal wie der Tag gerade war, wie schlecht die Situation ist, ich habe schon andere Kämpfe durchgestanden. Kommt ihr mir ruhig mit der Sorge darum, ob man noch ärmellose Tops und Röcke tragen kann, wenn dabei ein Stück unperfekte Haut sichtbar wird. Ich freue mich über die Gesichter der Menschen, wenn ich meine Geschichten mit echten Narben beweisen kann.