Eine Heimat den Unvollendeten

    [Disclaimer: Sonntags stehen hier sonst Links mit Lese-Empfehlungen. Diese Woche war unfassbar hektisch und ich bin kaum zum lesen und schon gar nicht zum empfehlen gekommen. Darum müssen Sie sich jetzt hier mit einer meiner Schnapsideen begnügen. Sollten Sie lieber erschütternde Dinge lesen, empfehle ich meinen Lieblings-Thread bei Reddit. (Trigger-Warnung für so ziemlich alles. Ehrlich.)]

Weil gerade eh keine Zeit ist, sprühe ich natürlich vor Einfällen. Ich glaube, dass man manche Ideen in die Freiheit entlassen sollte, auch, wenn man nicht weiß ob und wie man die Zeit dafür hat.

Anyway. Da ich grandios an meinem NaNoWriMo gescheitert bin (dazu an anderer Stelle mehr) fiel mir ein, dass diejenigen von uns, die ins Internet schreiben oft schon sehr früh den Gedanken hatten auch mal was Längeres zu schreiben. Ich wette also, dass in den Schubladen und auf Festplatten von Bloggern und Twitterern und Internet-Menschen generell überdurchschnittlich viele, mehr oder wenig weit gediehene, Romananfänge liegen. Und seit dem Erfolg von Twilight und 50 Shades of wasweißich ist es auch nicht mehr so, dass die Qualitätshürde einen abhalten müsste.

Das ist tatsächlich auch, warum ich den Verlust meiner letzten externen Festplatte bedauere. Darauf waren unglaublich viele geschriebene Dinge, die ich nur noch dort gesichert hatte. (I KNOW. Ich weiß es jetzt besser.) Allein ein halbes Dutzend mehr oder weniger Romananfänge segneten dadurch das Zeitliche. Bei mindestens drei davon war der/die erzählende Protagonist schon tot! Meinen letzten Versuch beim diesjährigen NaNoWriMo möchte ich noch nicht völlig aufgeben, er gefällt mir noch zu gut. Zumindest die Geschichte.

Und während den meisten von uns durchaus klar ist, dass wir nicht alle Ideen fertig stellen würden, wäre es doch spannend einen Blick in die Frühwerke zu werfen. Darum würde ich gern eine Baby-Klappe für Romananfänge installieren.
Die Idee ist simpel:Ein Dropbox-Ordner zu dem jeder, der lesen oder gelesen werden will Zugang bekommt.(Bestimmt lässt sich das mindestens genauso simpel via Google Docs lösen, damit hab ich mich nur noch zu wenig beschäftigt.) Und wer sich traut, legt seinen Romananfang als PDF hinein. Dazu eine kleine .txt – Datei mit ein oder zwei erklärenden Sätzen. Vielleicht woher die Idee kam, welches Genre es ist und wie weit die Geschichte im Kopf schon war. Qualifiziert wäre alles zwischen 4 und sagenwirmal, 99 Seiten (wer 100 Seiten schreibt und nicht weiter gemacht hat – WHAT IS WRONG WITH YOU?) und das alles NATÜRLICH anonym. Wir reden hier schließlich von Frühwerken. Wer dann etwas liest, kann entweder auch per .txt-Datei einen Kommentar dazu abgeben, oder – das wäre natürlich noch viel toller – bloggen. Weil es einem ja vielleicht gefallen hat. Oder nicht gefallen. Oder wurde inspiriert. Erinnert. Amüsiert. Völlig wurscht. Aber ich glaube es ware schön, eine Sammelstelle für angefangene Ideen zu haben. Ich will es nicht Friedhof nennen, denn wer weiß schon wann es einen überkommt. Dazu bleibt das Urheberrecht des Schreibers natürlich bestehen. Wir könnten das bestimmt sehr schön mit farbenfrohen Pseudonymen regeln.

Soweit ist die Idee bis jetzt. Und manchmal verselbständigen sich Ideen ja auch. Gell, Herr Budenbohm?

Jedenfalls: Das ist einer dieser seltenen Einträge, bei denen ich mich über Kommentare sehr freuen würde. (also ich freue mich immer über Kommentare, so ist das natürlich nicht, aber hier hätten sie einen praktischen Wert, Sie verstehen?) Vielleicht bin ich ja allein mit meiner Faszination für unvollendete Geschichten, vielleicht auch nicht.

2 thoughts to “Eine Heimat den Unvollendeten”

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